Debian 4 und Plesk 8.2 auf einem 1&1 Rootserver

Debian 4 und Plesk 8.2 auf einem 1&1 Rootserver

Bei der nachfolgenden Anleitung gehe ich davon aus, das ihr euch mit Debian und Plesk an sich auskennt und gehe nur auf die Besonderheiten ein, die im Zusammenhang mit der Installation auf einem 1&1 Rootserver zusammenhängen.

  • Plesk Lizenzkey sichern

    Bevor der Server neue initialisiert wird, ist es wichtig sich den Lizenzkey von Plesk zu sichern um in später wieder einspielen zu können, da dieser nicht über das Controlcenter abgerufen werden kann. Der Lizenzkey befindet sich in Form der Datei psa.key im Verzeichnis /etc/psa/

  • Server initialisieren und aktualisieren

    Ist der Lizenzkey gesichert, kann der Server initialisiert werden. Leider bietet 1&1 noch kein Image für Debian 4 an. Ich habe deshalb zunächst das vorgegebene Debian 3.1 Image installieren lassen.

    Nach dem der Server mit dem Grundsystem versehen ist, kann mann nun mit Debian Bordmitteln, sprich apt, auf Debian 4.0 aktualisieren. Zu diesem Thema finden sich bereits reichlich Tutorials im Internet. z.B. http://www.debianadmin.com/upgrade-debian-sarge-to-debian-etch.html
    Beim Wechsel zu Debian 4.0 wird ein neuer Kernel installiert. Da beim Debian Image von 1&1 noch lilo als Bootmager zum Einsatz kommt, muss nach der Installation des Kernels folgende Zeile in der Datei lilo.conf ergänzt werden:

    initrd=/initrd.img
    und anschließend lilp aktualisiert werden, da das System sonst nicht mehr gebootet werden kann. Ein entsprechender Hinweis wird aber während der Installation eingeblendet.
  • Partitionierung anpassen

    Leider ist die von 1&1 vorgegeben Partitionierung bzw. deren Zuordnung zu den verschieden Mountpoints völlig ungeeignet für die nachfolgende Plesk installation. So bekommt das /var Verzeichnis gerade mal 4,7GB ab, während dem /home Verzeichnis der gesamte übrige Festplattenplatz zur Verfügung steht. Plesk legt unter Debian jedoch standardmäßig alle Domains unter /var/www/vhosts ab während das /home Verzeichnis nahezu überhaupt nicht verwendet wird.
    Um dieses Problem zu lösen, ändern wir einfach die Mountpoints der einzelnen Verzeichnisse in der Datei /etc/fstab und kopieren die Dateien um. Damit es hierbei zu keinen Problemen mit geöffneten Dateien kommt, wird der Server zunächst mit Hilfe des Controlcenters mit einem Rescue System gebootet. Jetzt können wir in Ruhe die Dateien zwischen den beiden Partitionen austauschen und anchließend die Datei fstab anpassen. Zum umkopieren der Dateien habe ich den Zwischenschritt über tar gemacht, um sicher zu gehen das alle speziellen Dateien und Links korrekt ihren Weg auf die neue Zielpartition finden.
    Anschließend kann das System über das Controlcenter wieder im Normalmodus gestartet werden.

  • Plesk Installation

    Von der Homepage von SW-Soft kann man sich den Plesk Autoinstaller passend zum System herunter laden. Nach dem Aufruf des Autoinstallers erfolgt die Installation von Plesk in einer Art Wizzard-Modus.

  • Plesk Lizenzkey installieren

    Nach der Plesk Installation befindet sich diese in einem eingeschränkten Demo Modus. Um den Server wieder komplett frei zu schalten, muss der Lizenzkey, den wir im ersten Schritt gesichert haben, eingespielt werden. Generell kann das einfach in Plesk unter System / Server / Lizenzverwaltung mit der Funktion Key hochladen erfolgen. Der Lizenzkey wird jedoch in der Form, in der wir ihn gesichert haben, nicht angenommen. Die Datei muss vorher noch um die nachfolgenden Zeilen am Anfang ergänzt werden:

    #!/bin/sh
     
    PRODUCT_ROOT_D=`awk '$1 ~ /PRODUCT_ROOT_D/{ print $2}' /etc/psa/psa.conf`
    if test -z "$PRODUCT_ROOT_D"; then
    echo "Plesk not detected"
    exit 1
    fi
    "$PRODUCT_ROOT_D/admin/sbin/keymng" --install --source-file="$0" --skip=10
    exit $?
     
    -----BEGIN PLESK KEY DESCRIPTION-----
    
    Die Zeile -----BEGIN PLESK KEY DESCRIPTION----- sollte schon in der Key Datei vorhanden sein. Ich weiß nicht ob es Notwendig ist, jedoch habe ich die Datei anschließend umbenannt nach dem Schema PLSK.XXXXXXXX.XXXX.sh, wobei die PLSK Teil der Key Number entspricht, die direkt unter der gerade genannten Zeile steht.

Wenn alles geklappt hat, könnt ihr euch jetzt an einem Rootserver mit aktuellem Debian und Plesk erfreuen.

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